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Pädagogische Leistungen sind u. a. auch….

 

Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele

Sich bildet die ganze Gemeinschaft und in der Gemein-
Schaft lebet der Einzelseele Kraft.

(Rudolf Steiner)

 

Vermittlung von emotionaler Sicherheit und Kontinuität der Sozialbezüge durch die gelebte Form der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft ohne Dienstwechselrhythmus und Konstanz der Bezugspersonen

Training sozialer Kompetenz in Bezug auf Mitmenschen, die Erlebnisräume Hausgemeinschaft ( Hilfen beim Einleben neuer Mitbewohner, Rücksicht- und Anteilnahme am Schicksal des Anderen), Nachbarschaft, Schule ( Umgang mit Angst und Aggressionen ) und Berufsleben. Hilfen zur Gestaltung sozialer Beziehungen sind keine zeitlich definierbaren Maßnahmen, sondern sie ergeben sich in jedem Moment des Zusammenlebens. Sie sind Kernbestandteil der Begleitung von erziehungsgeschädigten Kindern/Jugendlichen/jungen Erwachsenen und werden während der gesamten Dienstzeit eines Mitarbeiters erbracht.

Das Prinzip des Bezugserziehers über Tag und Nacht
Hilfen zur kulturellen Teilhabe - Erwerb selbständiger Urteilsfähigkeit 
Schaffung eigener kultureller Höhepunkte ( Konzerte, Theateraufführungen usw.), Besuch von Theateraufführungen, Konzerten, musikalischen Ereignissen, Ausstellungen. Arbeitskreise, die sich vorbereitend damit beschäftigen, Umgang mit Medien (Tageszeitung, Radio, Fernsehen, Kino ) 
Neben Pflege der traditionellen Kultur, wird die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst und Kultur gesucht. Durch die Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen finden unsere Kinder/jugendlichen/jungen Erwachsenen Möglichkeiten der distanzierten und abwägenden Auseinandersetzung mit Zeitsituationen und deren Auswirkungen und lernen, damit einschätzend und sinnvoll umzugehen. 

Ich-Bezug der pädagogischen Handlung
Das Handeln der Mitarbeiter versucht sich nicht zu orientieren an dem herausfordernden Charakter defizitärer Handlungsweisen der Kinder/Jugendlichen/jungen Erwachsenen, sondern versucht stets, sich an das hinter dem Pflegling stehende nicht "behinderte" ( verhinderte ) Ich dieser Menschen zu wenden, die Äußerungen als Herausforderungen zu der Bestrebung zu sehen, einen Ausgleich zu finden, der diese Äußerung in eine Fähigkeit wandelt oder den Weg ebnet, die darin wirkenden Kräfte zur Umwandlung in eine positive Fähigkeit umzugestalten. Die ständige Bemühung nicht direkt zu handeln, sondern mitleidend zu wandeln unter Hinzunahme der Eigenpersönlichkeit des Pfleglings. In dem die Mitarbeiter gelernt haben die Negativäußerung als Hilfeschrei des geschädigten Pfleglings zu erkennen, können sie ihre pädagogischen Intentionen an das nicht voll in Erscheinung tretende Ich adressieren, es wahrnehmen und ansprechen und können versuchen, auch dessen objektive Intentionen zu erfassen und ihnen zur Verwirklichung zu verhelfen. Zugleich erwecken sie dadurch jenes Ich und regen es an, Seele und Leib zu ergreifen und in dieser mühevollen Arbeit nicht locker zu lassen. Dieser Ich-Bezug des Handelns muß zwar systematisch erworben werden und ständig geübt werden, er darf aber keine professionelle Haltung bleiben, sondern muß selbstverständliche Haltung der Mitarbeiter werden. Das Ich eines zu betreuenden Menschen ist in der Regel ( Entwicklungsalter abhängig ) nicht direkt gedanklich anzusprechen, sondern der Mitarbeiter muß in der Lage sein, einen Umweg über die Empfindungs,- Gefühls,- und Willenskräfte zu gehen. Dazu ist eine ständige Aus- und Fortbildung notwendig.

Helfende Gespräche - biographische Beratung - religiöse Handlungen
Die individuellen Gespräche zur persönlichen Beratung helfen dem einzelnen, sich selber besser zu verstehen, Krisen zu überwinden, mit seiner selbst wahrgenommenen "Behinderung" zu leben und konkrete Lebensentscheidungen zu treffen. Dazu dienen ebenfalls religiöse Aktivitäten, die weniger über die Gedanken als unmittelbar über das Gemüt und Empfinden wirken ( z. B.: der Abendabschluß als feierliche Handlung, der Beginn von Mahlzeiten mit einem Tischspruch, das Anschauen des Wachsens und Werdens der äußeren Natur über Jahreszeitentische), das Feiern der Jahresfeste unter Hinzunahme von jahreszeitlichem Liedgut.

Der organische Gesamtzusammenhang
Die Einrichtung bietet nicht eine Reihe von einzelnen Hilfe- und Betreuungsleistungen für hilfebedürftige Menschen an, sondern sie gestaltet einen umfassenden Lebenszusammenhang, in dem der zu betreuende Mensch in seiner Leiblichkeit versorgt und betreut wird, in dem er jedoch zugleich durch die durchdachte Art, wie dies geschieht, in seiner seelischen Entwicklung und in der Reifung seiner Ich-bewußten Persönlichkeit gefördert wird. Dies ist nur möglich, weil die vielen Maßnahmen auf den verschiedenen Ebenen der Hilfeleistungen zusammenwirken, sich gegenseitig stützen und ergänzen als organischer Gesamtzusammenhang, der durch das Handeln der Mitarbeiter aufgebaut und aufrechterhalten werden muß. Dieser Gesamtzusammenhang schließt die Bausteine gemeinsamer Lebensgestaltung mit ein, die sich so zusammenhängend als Gesamtbauwerk darstellen. Die Qualität dieser Leistungen innerhalb des organischen Gesamtzusammenhanges wird an den äußeren Hilfeleistungen leicht meßbar und auch vergleichbar, schwieriger stellt sich die Meßbarkeit auf dem Sektor des "Wie", also der spezifischen Art und Weise dar, wie diese von den Mitarbeitern ausgeführt wird. Diese Qualität, die dann Umsetzung in konkrete Hilfeleistung erfährt, ist eine ständig zu erneuernde und im stetigen Einzelbemühen weiterzuentwickelnde Persönlichkeitsleistung, die als so verstandene ständige Fortbildung empfunden werden muß. Es geht immer darum, ein spezielles Arrangement der konkreten Lebensorganisation zu entwerfen und die darin sich entfaltende soziale Begegnung ermöglicht eine Persönlichkeitsentfaltung, ein Ausgleich defizitärer Strukturen, ein Erkennen eigener biographischer Notwendigkeiten und eine Umsetzung der gesammelten Erkenntnisse in eine individuelle Lebensplanung.

Die heilpädagogische Haltung als Instrument zur Förderung und Entwicklung des Seelenlebens. Diese Haltung besteht darin, seelischen Äußerungen des Kindes/Jugendlichen/jungen Erwachsenen mit seelischen Behinderungen mit einer eigenen seelischen Haltung zu begegnen, die, aus dem Verständnis für die Äußerungsweise des Kindes heraus, dieser komplementär ist (dazu: päd. Gesetz der Wirkung von Wesensgliedern )

Konzept der Förderung durch die Kinderbesprechungen an sich und durch das dort besprochene Konzept für individuelle therapeutische Maßnahmen.. An der Kinderbesprechung nehmen alle am Erziehungsprozeß Beteiligte wie Erzieher, Therapeuten, Lehrer und u. U. auch der betreuende Arzt teil. Sie bilden Grundlage für Berichte und Hilfeplangespräche. Sie sind Hort für allgemeine Informationen.

Wir sind uns klar darüber, daß wir zu jeder zeit wach und Lebendig an den Zeitgeschehnissen unser Leistungsangebot messen müssen, d.h. eben nicht, einmal ein Einrichtungsangebot gemacht zu haben und nun verzweifelt versuchen, alle jungen Menschen an dieses Angebot anzupassen, sondern vielmehr aus sozialem Verständnis heraus, also aus dem richtigen Verständnis für die individuelle menschliche Wesenheit heraus, immer neu ein Angebot machen zu können - aus praktischer Seelenkunde - praktischer Menschenkunde, aus wirklichem menschlichen Interesse. Wir wollen also nicht anpassen und gleichmachen dem Einrichtungsduktus, sondern es handelt sich darum, " jeden zu nehmen, wie er ist, und aus dem, was er ist, das Allerbeste zu machen.

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